Märchen in Gedichten 9- Das hässliche Entlein
Es war ein warmer Julitag,
zum Lande kam die Wonne.
Es lag im Gras ein Entennest, gewärmt wars von der Sonne.
Fünf Enteneier waren drin.
Die Mutter musste hüten.
Es macht ihr ziemlich großen Spaß,
die Kinder auszubrüten.
Vier Küken schlüpften endlich aus,
spazierten durch den Garten.
Das fünfte Ei blieb unversehrt,
man musste darauf warten.
Als nun zerbrach das fünfte Ei,
kam raus ein Weißling echter,
die anderen begrüßten ihn
mit dauernden Gelächter.
„Du siehst ja gar nicht aus wie wir!
Bist nicht der Sippe Kinde.
Lass dich hier niemals wiedersehn
Geh weg! Hau ab! Verschwinde!“
Die Hühner scheuchen ihn nur weg,
die Bauernkatzen fauchen.
Auch auf den Nachbarsbauernhof
Ist er nicht zu gebrauchen
Die Herbstzeit wurde grau und kalt,
verblüht die Sommerlilien.
Da macht des Entleins Auge halt
Vor einer Schwanfamilie.
Die Schwanenmutter kommt herab:
„Du musst dich nicht mehr schämen
Zum weiten Süden will ich dich
Mit auf die Reise nehmen“!
Nun all der Ärger ist vorbei,
man lässt ihn nun in Frieden.
Im Himmel sieht man zu dem Flug
Zum warmen, fernen Süden.
Ilja Averbukh (Nach dem Märchen von Hans-Christian
Anderson).
27.12.15
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